01.08.2026: LWL-Kabel erklärt: OM3, OM4, OS2 & Steckertypen
LWL-Kabel erklärt: Singlemode, Multimode, OM3, OM4 und OS2
LWL-Kabel übertragen Daten nicht elektrisch, sondern mithilfe von Lichtsignalen. Dadurch erreichen sie hohe Geschwindigkeiten, sind unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen und eignen sich auch für größere Entfernungen. Bei der Auswahl müssen jedoch Faserart, Steckertyp und vorhandene Netzwerkkomponenten zusammenpassen. Besonders häufig kommen Singlemode- und Multimode-Fasern sowie die Faserklassen OM3, OM4 und OS2 zum Einsatz.
Was ist ein LWL-Kabel?
Die Abkürzung LWL steht für Lichtwellenleiter. Im Inneren des Kabels befinden sich sehr dünne Glasfasern, durch die Lichtimpulse übertragen werden. Diese Signale transportieren die Daten zwischen Switches, Servern, Transceivern oder anderen Netzwerkgeräten. Im Vergleich zu Kupferkabeln ermöglichen Glasfaserkabel hohe Übertragungsraten über deutlich größere Distanzen. Da keine elektrischen Signale fließen, können Störfelder durch Maschinen, Stromleitungen oder andere technische Anlagen die Übertragung kaum beeinflussen.
Singlemode oder Multimode: Welche Glasfaser ist die richtige?
Singlemode-Glasfaser
Singlemode-Fasern besitzen einen besonders kleinen Faserkern. Dadurch breitet sich das Licht im Wesentlichen nur in einer Ausbreitungsform, der sogenannten Grundmode, aus. Die dadurch geringe modale Dispersion ermöglicht hohe Übertragungsraten über große Entfernungen. Singlemode wird deshalb häufig für Gebäudeverbindungen, Campusnetze, Telekommunikationsstrecken und andere größere Distanzen eingesetzt.
Multimode-Glasfaser
Multimode-Fasern haben einen größeren Faserkern, in dem sich mehrere Lichtwege ausbreiten können. Sie eignen sich vor allem für kürzere Verbindungen innerhalb von Gebäuden, Rechenzentren, Serverräumen oder Technikräumen. Die benötigten Multimode-Transceiver sind bei kurzen Verbindungen häufig günstiger als vergleichbare Singlemode-Lösungen.
OM3, OM4 und OS2 im Vergleich
OM3 und OM4 gehören zu den Multimode-Fasern, während OS2 eine Singlemode-Faser bezeichnet. Die tatsächlich mögliche Reichweite hängt immer von der Datenrate, den eingesetzten Transceivern und der verwendeten Netzwerktechnik ab.
| Faserklasse | Faserart | Typischer Einsatzbereich | Typische Reichweite bei 10 Gigabit Ethernet |
|---|---|---|---|
| OM3 | Multimode | Gebäudeverkabelung, Serverräume und Rechenzentren | Bis etwa 300 Meter mit 10GBASE-SR |
| OM4 | Multimode | Leistungsstarke Rechenzentren und längere Gebäudestrecken | Bis etwa 400 Meter mit 10GBASE-SR |
| OS2 | Singlemode | Gebäudeverbindungen, Campusnetze und Weitverkehrsstrecken | Mehrere Kilometer mit passenden Singlemode-Transceivern |
OM4 bietet gegenüber OM3 größere Reserven bei hohen Datenraten und längeren Multimode-Verbindungen. OS2 ist die passende Wahl, wenn längere Strecken überbrückt werden müssen oder eine langfristig skalierbare Glasfaserinfrastruktur geplant ist.
LC, SC und ST: Welcher LWL-Stecker passt?
Neben der Faserart ist der Steckertyp entscheidend. Stecker und Buchsen müssen sowohl mechanisch als auch hinsichtlich der Faserart und der verwendeten Politur zusammenpassen.
LC-Stecker
LC-Stecker sind kompakt und werden häufig an modernen Switches, SFP-Modulen und Transceivern verwendet. Durch ihre geringe Baugröße lassen sich viele Anschlüsse auf engem Raum unterbringen.
SC-Stecker
SC-Stecker sind größer als LC-Stecker und besitzen eine stabile Push-Pull-Verriegelung. Sie kommen unter anderem in Gebäudeverkabelungen, Glasfaserverteilern und Anschlussdosen zum Einsatz.
ST-Stecker
ST-Stecker verfügen über einen Bajonettverschluss. Sie sind vor allem in älteren Installationen sowie in bestimmten industriellen oder technischen Anwendungen zu finden. Vor dem Kauf sollten Sie prüfen, welche Anschlüsse an den vorhandenen Geräten, Transceivern, Kupplungen und Patchfeldern vorhanden sind.
Simplex oder Duplex?
Ein Simplexkabel enthält eine einzelne Glasfaser. Es wird beispielsweise für unidirektionale Anwendungen oder zusammen mit speziellen BiDi-Transceivern eingesetzt. Diese Transceiver können über unterschiedliche Wellenlängen auf derselben Faser senden und empfangen.
Ein Duplexkabel besteht aus zwei Glasfasern. In klassischen Netzwerkverbindungen wird eine Faser zum Senden und die andere Faser zum Empfangen verwendet. Duplex-Patchkabel sind deshalb bei der Verbindung von Switches, Servern und Transceivern besonders verbreitet.
Das passende LWL-Kabel richtig auswählen
Für die Auswahl eines geeigneten Glasfaserkabels sollten Sie zunächst die benötigte Faserart und Reichweite festlegen. Danach werden Steckertyp, Kabellänge und Kabelausführung bestimmt.
- Faserart: Multimode OM3 oder OM4 für kürzere Strecken, Singlemode OS2 für größere Entfernungen
- Steckertyp: beispielsweise LC, SC oder ST passend zu Geräten und Kupplungen
- Kabelausführung: Simplex oder Duplex passend zur verwendeten Übertragungstechnik
- Kabellänge: ausreichend lang, aber ohne unnötig große Reserveschlaufen
- Transceiver: passend zu Faserart, Wellenlänge, Datenrate und Reichweite
Besonders wichtig ist, dass Multimode- und Singlemode-Komponenten nicht miteinander verwechselt werden. Auch die Steckerausführung und die verwendete Schliffart müssen zu den vorhandenen Anschlüssen passen.
LWL-Patchkabel bei 1000Kabel
Passende OM3-, OM4- und OS2-Patchkabel sowie Glasfaserkabel mit verschiedenen Steckerkombinationen wie LC/LC, LC/SC oder LC/ST finden Sie im Sortiment von 1000Kabel. Wählen Sie das passende LWL-Kabel entsprechend Ihrer Geräte, der benötigten Distanz und der gewünschten Übertragungsleistung aus.
Michael Hönle
Geschäftsführer & Gründer der freiwerk GmbH
Seit 1980 in der Kabel-, Netzwerk- und Datentechnik zu Hause. Über vier Jahrzehnte technische Expertise, gelernter Elektroanlageninstallateur und Energieanlagenelektroniker. Gründer mehrerer Unternehmen und Betreiber des B2B-Onlineshops 1000-kabel-kaufen.de mit über 10.000 Artikeln rund um Netzwerk-, Daten- und Kabeltechnik.
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